Vorbereitungskurs 2019

Draußen, Natur, Jagd. Nur mit Hund ist das noch besser.

So begann es für die meisten von uns. Und neben der Entscheidung für einen Hund und der Frage nach der passenden Rasse standen wir vor allem vor der Herausforderung, den richtigen Trainer zu finden. Mir war Wertschätzung wichtig, verbunden mit fundiertem Wissen und dem Verständnis für Hund und Hundeführer. 


Es war der beeindruckende Umgang mit den Tieren, der dann dazu führte, dass ich mich entschied, mit meiner Deutsch-Langhaarhündin Amelie ab Ende März den fast sechsmonatigen Vorbereitungskurs für Jagdgebrauchshunde der Jägerschaft unter der Leitung von Hans-Ulrich Keie zu besuchen. Und so traf ich an einem noch kühlen Mittwoch im März zur Anmeldung viele Gleichgesinnte, mit den unterschiedlichsten Jagdgebrauchshunden, unter anderem Weimaraner, Deutsch-Drahthaar, Deutsch-Langhaar, Deutsch-Kurzhaar, Magyar Vizsla, Kopov Bracke, Bayrischer Gebirgsschweißhund, Kleiner Münsterländer, Dackel, Jagdterrier und viele mehr. Alle hatten wir das Ziel unsere Hunde nicht nur auszubilden, sondern ein Team zu formen, dass die Anforderungen moderner Jagdausübung perfekt beherrscht. 


Es fand sich eine nette und interessante Gruppe, Jung und Alt, Jägerinnen und Jäger, Menschen, mit denen es einfach Spaß machte einen Sommer lang viel Freizeit zu verbringen. Mit einer perfekten Mischung aus Wald, Feld und Wasser boten die von Veltheimschen Reviere rund um Cremlingen den optimalen Trainingsort für eine vielfältige Ausbildung, die allen Ansprüchen und der Vorbereitung auf die unterschiedlichsten Prüfungen gerecht wurde. Dazu zählen etwa die Brauchbarkeitsprüfung, Herbstzucht- und Verbandsgebrauchsprüfung, hunderassenindividuelle Prüfungen wie Hegewald, Schorlemer, etc. oder aber auch Spezialgebiete wie die Schweißprüfung, also das Suchen längerer und mehrere Tage alter Fährten. Immer Freitagabends wurde trainiert, bis zum Einbruch der Dunkelheit, in großen wie in kleinen Gruppen und zu den unterschiedlichsten Disziplinen und Themengebieten. 


Übung macht den Meister, und so wiederholten sich die Ausbildungseinheiten, die sich dann im Laufe der Zeit bei Führer und Hund immer weiter verfestigten. Es war für uns alle beeindruckend zu erleben wie aus dem jungen Hund mehr und mehr der Jagdgefährte wurde, auf den wir uns zunehmend verlassen konnten und auch müssen - bei der Fährtenarbeit im wahrsten Sinne des Wortes blind; hierbei gibt es für uns als Menschen praktisch keine Möglichkeit dem Hund bei der Nasenarbeit zu helfen. Aber auch Vorstehen, d.h. das Anzeigen von Wild, das Bringen von Haar- und Federwild über weite Strecken, die Wasserarbeit, Standruhe, der allgemeine Gehorsam, Leinenführigkeit, unbedingtes gehorchen auf die Befehle des Hundeführers gehören zum Repertoire eines Jagdgebrauchshundes; letzteres sollte natürlich jeder Hund perfekt beherrschen. 


Neben den vielen Helfern und Unterstützern, natürlich unseren Familien und unseren Freunden, ohne die ein halbes Jahr regelmäßige und intensive Arbeit mit unseren Jagdhunden einfach nicht möglich gewesen wäre, gilt unser besonderer Dank der Jägerschaft, sowie Familie von Veltheim und Verwalter Matthias Steinhöfel für die großartigen Rahmenbedingungen. Wir danken den einzelnen Vereinen, Verbänden, Prüfern und Richtern für die Durchführung der Prüfungen, für wertvolle Ratschläge und Hinweise und die Geduld, die alle mit den großartigen, entspannten und arbeitsfreudigen Hunden hatten, sowie besonders für die Nachsicht mit den mitunter nicht gerade wenig nervösen Hundeführerinnen und Hundeführern ;-) 


Am allermeisten aber sagen wir danke an unser Trainer-Duo Eltje Ihle und Ulli Keie. Jedes Problem wurde ernstgenommen und besprochen, für alles Lösungen erarbeitet, auch wenn manche Herausforderungen einige Zeit in Anspruch nahmen. 


Sehr erwähnenswert die Ruhe und Ausgeglichenheit, die Konsequenz und das tiefe Verständnis für Hund und Herrn; alles ohne übertriebene Härte oder gar Brutalität, wie sie im Umgang mit unseren vierbeinigen Begleitern anderswo leider gelegentlich noch zu beobachten ist. Es ist Außenstehenden schwer zu vermitteln mit welche Engagement Hans-Ulrich Keie sich auf die unterschiedlichsten Hund-Führergespanne einstellt, mit wieviel Herzblut und Leidenschaft er sein unglaublich tiefes Fachwissen und seine große Erfahrung in der Arbeit mit Hunden an jeden einzelnen gern und jederzeit weitergibt. 

Die Belohnung für die Anstrengungen dieses Sommers folgte in den bestandenen Prüfungen, vor allem aber in Jagdgebrauchshunden, die nun an unserer Seite mit viel Freude und größter Professionalität und Passion ihre Arbeit erledigen und damit einen entscheidenden Beitrag zu Natur und Jagd leisten und zudem, etwa bei der tierschutzkonformen Nachsuche auf verletztes Wild nach Verkehrsunfällen, auch unserer Gesellschaft einen unschätzbaren Dienst erweisen. 


Lieber Ulli, gern und jederzeit würden und werden wir alle wieder einen Kurs bei Dir besuchen! 


Michael Lebich, Sommer/Herbst 2019