· 

Warum wird gejagt?

Immer häufiger hört man in der heutigen Zeit die Frage, ob die Jagd überhaupt noch zeitgemäß ist. Das Argument dass sich die Natur sich doch ganz von allein regelt wird dabei häufig mit in die Diskussionsschale geworfen. Im Prinzip stimmt dass auch, wenn da nicht der Mensch wäre... Richtig ist, das in erster Linie das Futterangebot die Anzahl der Wildtiere bestimmt. Angefangen bei den Kleinsäugern, die sich von Insekten ernähren, die wiederum als Nahrungsquelle von Füchsen oder anderen Beutegreifern sind.

 

Der Mensch beansprucht in der heutigen immer mehr Fläche als Kulturland für Straßen, Wohn- und Ackerflächen. Man kann schon zusehen wie Dörfer und Städte durch immer neue und größere Baugebiete wachsen. Wo früher drei Generationen unter einem Dach gewohnt haben, wohnt heute häufig nur noch eine! Und auch der Flächenbedarf der Industrie und auch der Landwirtschaft hat sich enorm vergrößert.

 

In Deutschland gilt der Grundsatz: "Eigentum verpflichtet". Daher hat der Besitzer eines Grundstück oder einer Landschaftsfläche laut Gesetz grundsätzlich das Jagdrecht an seinem Grundbesitz.Wie könnte es aber in Deutschland nicht anders sein, gibt es dabei auch Einschränkungen: z.B. darf die Jagd auf befriedeten Gebieten d.h. in Ortschaften nicht ausgeübt werden. Das ist in der Regel auch garnicht erforderlich und wäre im allgemeinen auch viel zu gefährlich.

 

Wo auf der einen Seite die Rechte sind, dürfen die Pflichten nicht fehlen! Zum einen darf aus den Rechten des Einen keinem Anderen ein Schaden entstehen! Da kommen jetzt unsere größeren frei lebenden Tiere ins Spiel: das Reh, oder besonders häufig in unseren Breiten: das Wildschwein. Diese herrenlosen Tiere gehören zwar erstmal niemandem, jedoch steht das Jagdrecht dem Grundbesitzer zu. Also ist der Grundbesitzer ebenso dazu verpflichtet mögliche Schäden die anderen entstehen, zu verhindern oder zu regulieren.

 

Die Jagd soll also helfen um Schäden die durch Wild entstehen zu vermindern! Das können je nach Wildart ganz verschiedene Schäden sein, z.B. Verbiss an jungen Bäumen für die Holzgewinnung, Fraßschäden an Mais oder Getreide, bis zu Uferschäden durch untergraben.

 

Die Jagd soll auch eingeschleppte oder eingewanderte Tierarten regulieren, da sich die heimische Tier und Pflanzenwelt nicht selbst gegen diese neuen Arten behaupten kann.

 

Und die Jagd ist ebenfalls eine Verpflichtung zur Hege, das bedeutet einen gesunden Wildbestand zu fördern. Auch durch Abschuss von kranken und schwachen Tieren einer Gruppe, um die Ressourcen Nahrung und Lebensraum für die Gruppe zu verbessern.

 

Und nicht zu vergessen ist die Jagd die wohl älteste und ursprünglichste Art der Nahrungsgewinnung! Auch wenn laut Gesetz kein Biosiegel drauf sein darf, kann man sicher sein, das jedes Tier dessen Fleisch in den Verkauf kommt, artgerecht aufgewachsen ist und von einem fachkundigen Jäger erlegt wurde.

Jägerschaft Wolfsburg e.V.

Schillerstraße 40

38440 Wolfsburg

jfs@wolfsburg.de